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Dienstag, 15. März 2011

Uns klogen Peter-Harry C.

Kloger Peter-Harry C.
foto: landtag.ltsh.de
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Zwischen dem Kernkraftwerk Krümmel und meiner Haustür liegen 19,9 Straßenkilometer. Mit VHH-Bussen brauche ich für die Strecke, einschließlich zweimaligem Umsteigen sowie einem zu Fuß zurückzulegenden Restweg, etwa eine Stunde. Mit dem PKW dauert die Fahrt über die A25 laut Google-Maps 22 Minuten. Nuklearer Auswurf ist weder auf Busse noch auf PKW angewiesen, und die Zeitspanne für meine Flucht wäre zweifellos zu kurz, wenn in Krümmel der Reaktor in die Luft ginge. Darum bin ich Peter-Harry Carstensen, dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Schleswig-Holstein, ausdrücklich dankbar, dass er den nach diversen Pannen stillliegenden Meiler nicht wieder anlaufen lassen und auch darauf dringen will, „dass der Betreiber auf das Wiederanfahren verzichtet“, was offenbar zweierlei ist. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Atomminister Norbert Röttgen wollen in Schleswig-Holstein bisher nur das altersschwache AKW Brunsbüttel schließen. Sie sollten auf den Landesfürsten Peter-Harry C. hören und seine Auffassung in die Tat umsetzen, denn er ist, Krümmel betreffend, was man im Land zwischen den Meeren nen klogen Kirl nennt.

Samstag, 5. März 2011

Neue Minister, neue Sitten

Morgenlektüre, 5. März 2011
Der Verteidigungsminister Thomas de Maizière versetzt Walter Otremba, den Staatssekretär seines Vorgängers K.Th.z.G., in den einstweiligen Ruhestand. Ein Affront? Begründung für einen neuen Zeitplan in Sachen Wehrreform: „Ich weiß um die Dringlichkeit dennoch: Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche.“ Klingt gut, nur das Wissen-drum-herum hätte schon der Philosophielehrer des Bonner Aloisiuskollegs seinem Zögling Thomas de M. austreiben sollen.
Ferner: Der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich widerspricht weiterhin dem Bundespräsidenten Christian Wulff und bekräftigt die eigene Überzeugung, die Ansicht, der Islam gehöre zu Deutschland, lasse sich „auch aus der Historie nirgends belegen“. Herr Friedrich hat da etwas im Geschichtsunterricht verpasst: Die Türken standen sowohl 1529 als auch 1683 vor Wien. Richtig ist, dass die Christenmenschen die Krieger Mohameds beide Male nach Hause gejagt haben. Jetzt sind die Türken trotzdem wieder da. Keine Historie?
Bescheidene Nachfrage. Was sagt die Bundeskanzlerin ihren Ministern? Sagt sie etwas?