Missmut in den Gesichtern der Fahrer der VHH im HVV (siehe: Bus aus Altersgründen, Rb. vom 12. Februar). Wie es aussieht, verabscheut einer wie der andere von ihnen das Experiment, das in den nächsten Wochen in den Hamburger Bezirken Bergedorf und Harburg läuft und das die Ehrlichkeit der Fahrgäste zum Gegenstand hat. Beschreibung: Nur noch vorne beim Fahrer einsteigen, Fahrkarte vorzeigen, erst dann Platz suchen. Denn: Bis zur Vorwoche durften wir den Bus auch durch die mittlere oder die hintere Tür betreten; wieviele von uns sich ohne Tickett durchgemogelt haben, konnten Kontrolleure nur unzulänglich ermitteln. Mit dem laissez-faire, sagt die VHH, muss endlich Schluss sein; es geht zu sehr ins Geld – ganz begreiflich. Doch für die Fahrer der VHH bedeutet die neue Regelung eine zusätzliche Belastung. Sie müssen nun nicht mehr nur den Bus durch den Verkehr bewegen, sie müssen auch Aufsicht führen. Daher die vergrätzten Gesichter. Leider schlägt ihre seelische Verfassung auf die Stimmung im Bus. Unter übergeordneten Gesichtspunkten: Der Umgang der Fahrer mit den Fahrgästen steht für menschliches Verhalten auf beengtem Raum; die Frage nach der Auswirkung zusätzlicher Belastung darf ebenso wenig außer Acht bleiben wie jene grundsätzliche nach Ordnung und Unterordnung.
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Dienstag, 8. März 2011
Samstag, 12. Februar 2011
VHH: Bus - aus Altersgründen
Hinten im Bild, vorne im Bus: Bücher © jn-foto |
Der Mensch lässt sein letztes Auto abwracken, stellt sein Fahrrad in die Ecke und erlebt fortan seine Artgenossen in Bus und Bahn. Aus Altersgründen. Der Gesamteindruck ist, ehrlich gestanden, nicht schlecht. Die Passagiere sind durchweg hilfsbereit und kommen selbst im Gedränge miteinander klar. Nur die Ausdünstung ungewaschener Zeitgenossen ist wirklich lästig. Die Fahrer sind ein Kapitel für sich; über sie ein anderes Mal.
In der Natur von Bussen scheint zu liegen, dass sie entweder zu spät oder zu früh kommen. Bei unerquicklichem Wetter tun wir gut daran, uns entsprechend anzuziehen; bei Sonnenschein lassen sich Verspätungen sogar genießen.
Verblüfft war ich über einen Bus mit Bücherbord zwischen der ersten und der zweiten Reihe hinter dem Fahrer. Die Paperbacks, die auf das Interesse der Passagiere warten, hat jemand der VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) im HVV (Hamburger Verkehrsverbund GmbH) gestiftet. Vielleicht war es ein heimlicher Literat, der hinter dem Buchstabenspiel der Verkehrsexperten Gleichgesinnte vermutete. Ihm sei gedankt. Dass jemand nach der Literatur gegriffen hat, habe ich allerdings bisher nur zweimal beobachtet, wobei statistisch zu berücksichtigen ist, dass ich zumeist nur kurze Strecken fahre.
(Wird fortgesetzt.)
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